Ein Kunde verlangt im Erstmusterprüfbericht einen Cpk von mindestens 1,33. Die Messwerte liegen vor, die Toleranz steht in der Zeichnung, und trotzdem herrscht Unsicherheit: Welche Zahl geht in welche Formel, und was bedeutet das Ergebnis am Ende wirklich? Diese Situation kennt jede Qualitätsabteilung, und sie kostet regelmäßig Zeit, weil die Rechnung zwar einfach aussieht, ihre Voraussetzungen aber leicht übersehen werden.
Der Cpk Wert berechnen ist keine Zauberei, aber er verzeiht keine Nachlässigkeit. Wer die Mittelwertlage ignoriert, die falsche Standardabweichung einsetzt oder einen instabilen Prozess auswertet, produziert Zahlen, die im Audit nicht standhalten. Genau hier scheitern viele Erstbemusterungen, nicht am Prozess selbst, sondern an seiner Bewertung. Ein formal korrekt berechneter, aber unter falschen Annahmen entstandener Cpk ist schlimmer als gar keiner, weil er eine Sicherheit vortäuscht, die nicht existiert.
Dieser Artikel führt Sie vollständig durch das Thema: Sie lernen die Cpk Formel mit allen vier Eingangsgrößen kennen, rechnen ein realistisches Beispiel Schritt für Schritt durch, verstehen den Unterschied zwischen Cp und Cpk, ordnen die Grenzwerte nach IATF 16949 ein und erkennen die vier häufigsten Fehler, die den Cpk unbrauchbar machen. Am Ende können Sie jeden Cpk Wert selbst berechnen, richtig interpretieren und im Audit begründen.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
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KURZ ZUSAMMENGEFASSTDer Cpk Wert setzt die Prozessstreuung ins Verhältnis zur Toleranz und berücksichtigt, wie weit der Mittelwert von der Toleranzmitte abweicht. Fähig ist ein Prozess nach IATF 16949 typischerweise ab einem Cpk von 1,33. Voraussetzung ist immer ein stabiler und normalverteilter Prozess, dessen Standardabweichung sauber geschätzt wurde. |

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INHALT DIESES ARTIKELS |
Was ist der Cpk Wert?
Der Cpk Wert ist eine Kennzahl der Prozessfähigkeit, die angibt, wie gut ein Fertigungsprozess innerhalb der vorgegebenen Toleranzgrenzen bleibt. Er berücksichtigt zwei Dinge gleichzeitig: die Streuung des Prozesses und die Lage des Mittelwerts relativ zur Toleranzmitte.
Genau das unterscheidet ihn vom Cp Wert. Cp betrachtet nur die Streuung und tut so, als säße der Prozess perfekt in der Mitte. Cpk ist ehrlicher, weil er bestraft, wenn der Mittelwert zu nah an einer Toleranzgrenze liegt. In der Praxis ist der Cpk deshalb fast immer die relevante Zahl.
Die Prozessfähigkeitsuntersuchung, aus der der Cpk hervorgeht, ist in der Automobilindustrie durch IATF 16949 und den AIAG-VDA SPC Leitfaden geregelt. Wer an die Automobilbranche liefert, kommt an diesen Kennzahlen nicht vorbei.
| Kennzahl | Was sie misst | Berücksichtigt Mittelwert |
|---|---|---|
| Cp | Potenzielle Fähigkeit (nur Streuung) | Nein |
| Cpk | Tatsächliche Fähigkeit (Streuung plus Lage) | Ja |
| Pp | Potenzielle Leistung (Gesamtstreuung) | Nein |
| Ppk | Tatsächliche Leistung (Gesamtstreuung plus Lage) | Ja |
In der Praxis begegnet Ihnen der Cpk an drei Stellen: im Erstmusterprüfbericht, im laufenden Serienreporting und im Reklamationsfall, wenn ein Kunde die Fähigkeit eines Merkmals anzweifelt. In allen drei Fällen ist die Zahl nur so viel wert wie die Sorgfalt, mit der sie entstanden ist. Ein Cpk ohne dokumentierte Randbedingungen ist im Audit angreifbar.
Wichtig ist die Abgrenzung zur reinen Toleranzprüfung. Ob ein einzelnes Teil in der Toleranz liegt, sagt nichts darüber aus, ob der Prozess dauerhaft fähig ist. Der Cpk verdichtet viele Messwerte zu einer Aussage über die Zukunft des Prozesses, nicht über die Vergangenheit einzelner Teile. Genau das macht ihn zur zentralen Kennzahl der Serienfertigung.
Ein Cpk ist immer merkmalsbezogen, nie bauteilbezogen. Ein einziges Bauteil hat viele Merkmale, und jedes davon hat seinen eigenen Cpk. Ein Getriebegehäuse kann an der Lagerbohrung einen Cpk von 1,80 erreichen und an einer Dichtfläche nur 1,10. Die Aussage, ein Bauteil habe einen Cpk, ist deshalb unpräzise. Fähigkeit wird immer pro Merkmal nachgewiesen, und der kritischste Wert bestimmt den Handlungsbedarf.
Die Cpk Formel Schritt für Schritt
Um den Cpk Wert berechnen zu können, brauchen Sie vier Größen: die obere Spezifikationsgrenze OSG, die untere Spezifikationsgrenze USG, den Mittelwert der Messreihe und die Standardabweichung Sigma.
Die Formel arbeitet mit zwei Teilwerten. Der eine misst den Abstand des Mittelwerts zur oberen Grenze, der andere den Abstand zur unteren Grenze. Der kleinere von beiden ist der Cpk, denn die kritische Seite bestimmt die Fähigkeit.
| Symbol | Bedeutung | Herkunft |
|---|---|---|
| OSG | Obere Spezifikationsgrenze | Zeichnung, Spezifikation |
| USG | Untere Spezifikationsgrenze | Zeichnung, Spezifikation |
| Mittelwert | Arithmetisches Mittel der Messwerte | Messreihe |
| Sigma | Standardabweichung des Prozesses | Messreihe, aus Regelkarte geschätzt |
In Worten lautet die Rechnung: Cpo ist der Abstand vom Mittelwert zur oberen Grenze, geteilt durch das Dreifache der Standardabweichung. Cpu ist der Abstand vom Mittelwert zur unteren Grenze, ebenfalls geteilt durch das Dreifache der Standardabweichung. Der Cpk ist der kleinere der beiden Werte.
Der Faktor 3 im Nenner steht für die halbe Prozessbreite von sechs Sigma. Ein fähiger Prozess soll mit seinen sechs Sigma Breite bequem in die Toleranz passen, und der Cpk misst, wie bequem.
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Standardabweichung. Für den Cpk wird die Kurzzeitstreuung verwendet, die aus der mittleren Spannweite der Untergruppen geschätzt wird, nicht die Standardabweichung über alle Einzelwerte. Wer versehentlich die Gesamtstreuung einsetzt, berechnet in Wahrheit einen Ppk und nennt ihn fälschlich Cpk. Der Unterschied wirkt klein, kann aber über Annahme und Ablehnung entscheiden.
Der Nenner mit dem Faktor 3 lohnt eine genauere Betrachtung. Er entspricht der halben natürlichen Prozessbreite von sechs Sigma. Der Zähler misst den Abstand des Mittelwerts zur näheren Toleranzgrenze. Der Quotient sagt also, wie viele halbe Prozessbreiten zwischen Mittelwert und Grenze passen. Ein Cpk von 1,33 bedeutet vier Standardabweichungen Abstand zur kritischen Grenze.
Für die praktische Rechnung empfiehlt sich eine feste Reihenfolge: zuerst die Toleranzgrenzen aus der Zeichnung übernehmen, dann Mittelwert und Standardabweichung aus der Messreihe bestimmen, danach beide einseitigen Werte berechnen und erst zuletzt das Minimum bilden. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet den häufigsten Flüchtigkeitsfehler, nämlich das Verwechseln von oberer und unterer Grenze bei außermittigem Mittelwert.
Cpk berechnen: ein durchgerechnetes Beispiel
Ein Drehteil hat einen Nenndurchmesser von 20,00 Millimeter mit einer Toleranz von plus minus 0,10 Millimeter. Die obere Grenze liegt also bei 20,10, die untere bei 19,90. Aus der laufenden Fertigung ergibt die Messreihe einen Mittelwert von 20,04 Millimeter bei einer Standardabweichung von 0,02 Millimeter.
Der Abstand des Mittelwerts zur oberen Grenze beträgt 0,06 Millimeter, zur unteren Grenze 0,14 Millimeter. Geteilt durch das Dreifache der Standardabweichung, also durch 0,06, ergibt sich für die obere Seite ein Wert von 1,00 und für die untere Seite ein Wert von 2,33. Der kleinere Wert gewinnt: der Cpk beträgt 1,00.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Toleranzgrenzen | 20,00 plus minus 0,10 | OSG 20,10 / USG 19,90 |
| Abstand oben | 20,10 minus 20,04 | 0,06 mm |
| Abstand unten | 20,04 minus 19,90 | 0,14 mm |
| Cpo | 0,06 geteilt durch 0,06 | 1,00 |
| Cpu | 0,14 geteilt durch 0,06 | 2,33 |
| Cpk | Minimum aus Cpo und Cpu | 1,00 |
Das Ergebnis ist lehrreich. Die Streuung allein wäre kein Problem, denn der Cp läge bei rund 1,67. Aber der Mittelwert ist um 0,04 Millimeter zur oberen Grenze verschoben, und diese Verschiebung drückt den Cpk auf 1,00. Ein Kunde, der 1,33 fordert, würde dieses Teil ablehnen, obwohl der Prozess an sich eng streut. Die Lösung ist hier keine Streuungsreduktion, sondern eine Zentrierung des Prozesses.
Lohnend ist der Vergleich zweier Szenarien am selben Teil. Bliebe der Mittelwert exakt bei 20,00 Millimeter, lägen beide einseitigen Werte bei 1,67 und der Cpk betrüge 1,67. Allein die Verschiebung um 0,04 Millimeter halbiert die Fähigkeit auf 1,00. Diese Hebelwirkung der Zentrierung wird in der Praxis regelmäßig unterschätzt.
Damit das Beispiel übertragbar bleibt, lohnt ein Blick auf die Verallgemeinerung. Der begrenzende Wert ist immer der auf der Seite, zu der der Mittelwert näher liegt. Bei einer Verschiebung nach oben bestimmt die obere Grenze den Cpk, bei einer Verschiebung nach unten die untere. Diese Regel erspart im Alltag das doppelte Rechnen, sobald klar ist, in welche Richtung der Prozess wandert.
Cp und Cpk: worin liegt der Unterschied?
Cp und Cpk beantworten zwei verschiedene Fragen. Cp fragt: Ist der Prozess eng genug, um theoretisch in die Toleranz zu passen? Cpk fragt: Passt er auch tatsächlich, so wie er gerade läuft?
Solange Cp und Cpk nahe beieinander liegen, ist der Prozess gut zentriert. Klafft eine Lücke, sitzt der Mittelwert schief. Die Differenz zwischen beiden Werten ist damit ein direktes Mass für die Dezentrierung. Im Beispiel oben betrug Cp 1,67 und Cpk 1,00, eine Lücke, die klar auf ein Zentrierungsproblem zeigt.
Wer nur den Cp betrachtet, übersieht die häufigste Ursache fehlender Fähigkeit: einen Prozess, der eng streut, aber am falschen Ort liegt. Der Cpk deckt genau das auf.
Amadeus Lederle, Chief Technology Executive, CSP Intelligence GmbH
Ein zweiter Blick lohnt sich auf das Verhältnis der beiden Zahlen zueinander. Der Quotient aus Cpk und Cp liegt immer zwischen null und eins und beschreibt den Zentrierungsgrad. Ein Wert nahe eins bedeutet perfekte Zentrierung, ein Wert nahe null eine starke Verschiebung. Diese abgeleitete Größe macht Zentrierungsprobleme über viele Merkmale hinweg vergleichbar und hilft, Prioritäten zu setzen.
Cpk Werte richtig interpretieren
Ein Cpk Wert ist erst dann aussagekräftig, wenn man ihn in einen Bewertungsrahmen stellt. Die Automobilindustrie nutzt dafür feste Schwellen, die sich aus dem AIAG-VDA SPC Leitfaden und der gängigen Auditpraxis nach IATF 16949 ableiten.
| Cpk | Bewertung | Ausschussrate (Näherung) | Typische Maßnahme |
|---|---|---|---|
| kleiner 1,00 | Nicht fähig | höher als 0,27 Prozent | 100 Prozent Prüfung, Prozesskorrektur |
| 1,00 bis 1,32 | Bedingt fähig | um 0,1 Prozent | Ueberwachung, Verbesserung nötig |
| 1,33 bis 1,66 | Fähig | kleiner 0,006 Prozent | Regelmäßige SPC Ueberwachung |
| ab 1,67 | Sicher beherrscht | praktisch null | Reduzierte Prüfung möglich |
Die Ausschlussraten in der Tabelle sind Näherungen für einen zentrierten, normalverteilten Prozess. Sie verschieben sich, sobald der Mittelwert wandert, weshalb der Cpk und nicht der Cp die praxisrelevante Zahl bleibt. Die genaue Interpretation der Grenzwerte nach IATF 16949 behandeln wir in einem eigenen Beitrag ausführlich.
Ein weiterer Aspekt ist die Unsicherheit des Cpk selbst. Da er aus einer Stichprobe geschätzt wird, hat er ein Konfidenzintervall. Bei kleinen Stichproben kann der wahre Cpk deutlich unter dem berechneten liegen. Deshalb fordern manche Kunden nicht nur einen Punktwert, sondern die untere Grenze des Konfidenzintervalls. Wer knapp über der Schwelle liegt, sollte die Stichprobe vergrößern, statt das Ergebnis als gesichert zu betrachten.
Für die tägliche Bewertung hat sich eine Ampellogik bewährt. Rot für alles unter 1,00, gelb für den Bereich von 1,00 bis 1,32, grün ab 1,33. Diese Einteilung macht Statusberichte über viele Merkmale schnell lesbar und lenkt die Aufmerksamkeit auf die kritischen Fälle. Wichtig bleibt, dass die Ampel den zugrunde liegenden Zahlenwert nicht ersetzt, denn ein knappes Grün bei kleiner Stichprobe verdient trotzdem einen zweiten Blick.
Die häufigsten Fehler beim Cpk berechnen
Die meisten falschen Cpk Werte entstehen nicht durch Rechenfehler, sondern durch verletzte Voraussetzungen. Vier Fehler tauchen immer wieder auf.
| Fehler | Folge | Richtig |
|---|---|---|
| Instabiler Prozess ausgewertet | Cpk beschreibt Chaos, nicht Fähigkeit | Erst Stabilität per Regelkarte nachweisen |
| Nicht normalverteilte Daten | Cpk unter oder überschätzt | Verteilung prüfen, ggf. Transformation |
| Zu kleine Stichprobe | Sigma unsicher geschätzt | Mindestens 25 Untergruppen erfassen |
| Sigma falsch berechnet | Systematisch falscher Cpk | Sigma aus Regelkarte, nicht aus Gesamtstreuung |
PRAXISHINWEISEin Cpk aus 20 Messwerten eines Vormittags ist kein Fähigkeitsnachweis. Prozessfähigkeit setzt einen über die Zeit stabilen Prozess voraus. Erfassen Sie Untergruppen über mehrere Schichten und prüfen Sie zuerst die Stabilität, bevor Sie den Cpk interpretieren. |
Hinter den vier genannten Fehlern steht ein gemeinsames Muster: Sie alle verletzen eine Voraussetzung, statt die Rechnung falsch zu machen. Die Cpk Formel ist trivial, ihre Voraussetzungen sind es nicht. Wer Stabilität, Verteilung, Stichprobenumfang und Streuungsquelle im Griff hat, rechnet danach fast automatisch richtig. Die eigentliche Arbeit liegt vor der Formel, nicht in ihr.
Vom Taschenrechner zum kontinuierlichen Programm
Für eine einzelne Erstbemusterung reicht ein Rechner. Für ein kontinuierliches Fähigkeitsprogramm über hunderte Merkmale und mehrere Linien reicht er nicht. Sobald Cpk Werte nicht einmalig, sondern laufend erhoben, überwacht und archiviert werden müssen, braucht es eine gemeinsame Datenbasis.
Genau hier setzt das CSP Manufacturing OS an. Das Modul IPM erfasst Prozessdaten in Echtzeit, berechnet Fähigkeitskennzahlen kontinuierlich und schlägt Alarm, bevor ein Prozess aus der Fähigkeit läuft. Die Seriennummer dient dabei als durchgehender Primärschlüssel, sodass jeder Cpk bis auf das einzelne Bauteil rückverfolgbar bleibt. Wer den Aufbau eines solchen Programms plant, findet in unserem Leitfaden zum Prozessdatenmanagement in der Fertigung die Grundlagen.
Der Übergang vom einmaligen Nachweis zum kontinuierlichen Programm ist der Punkt, an dem viele Qualitätsabteilungen an Grenzen stoßen. Solange nur wenige Merkmale betroffen sind, genügt eine Tabellenkalkulation. Sobald hunderte Merkmale über mehrere Linien laufen, wird die manuelle Pflege zur Fehlerquelle und zum Engpass. Excel ist für Erstanalysen ausreichend, für ein laufendes Fähigkeitsprogramm nicht.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Rückverfolgbarkeit der Kennzahl. Wird ein Cpk später im Reklamationsfall angezweifelt, muss nachvollziehbar sein, aus welchen Rohdaten, unter welchen Bedingungen und mit welcher Streuungsquelle er entstanden ist. Eine Lösung, die Rohdaten, Berechnung und Randbedingungen über die Seriennummer verknüpft, macht diesen Nachweis in Minuten möglich, während er bei verstreuten Tabellen Stunden kostet oder gar nicht mehr gelingt.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man den Cpk Wert?
Der Cpk Wert wird als kleinerer der beiden Teilwerte berechnet. Der eine ist der Abstand vom Mittelwert zur oberen Toleranzgrenze geteilt durch das Dreifache der Standardabweichung, der andere der Abstand zur unteren Grenze geteilt durch das Dreifache der Standardabweichung. Der kleinere Wert ist der Cpk.
Was ist ein guter Cpk Wert?
In der Automobilindustrie gilt ein Cpk ab 1,33 als fähig und ab 1,67 als sicher beherrscht. Werte unter 1,00 gelten als nicht fähig. Die konkrete Anforderung legt der Kunde im Lastenheft fest (Quelle: AIAG-VDA SPC).
Was ist der Unterschied zwischen Cp und Cpk?
Cp misst nur die Streuung und nimmt an, dass der Prozess perfekt zentriert ist. Cpk berücksichtigt zusätzlich, wie weit der Mittelwert von der Toleranzmitte abweicht. Cpk ist deshalb nie größer als Cp.
Wie viele Messwerte braucht man für einen Cpk?
Für eine belastbare Prozessfähigkeitsuntersuchung empfiehlt der AIAG-VDA SPC Leitfaden mindestens 25 Untergruppen, also typischerweise 100 bis 125 Einzelwerte, verteilt über einen repräsentativen Zeitraum.
Kann man Cpk bei nicht normalverteilten Daten berechnen?
Die klassische Cpk Formel setzt eine Normalverteilung voraus. Bei nicht normalverteilten Daten liefert sie falsche Werte. In diesem Fall wird eine Verteilungstransformation oder ein verteilungsfreies Verfahren nach ISO 22514 verwendet.
Was bedeutet ein negativer Cpk?
Ein negativer Cpk bedeutet, dass der Mittelwert des Prozesses außerhalb der Toleranzgrenzen liegt. Der Prozess produziert dann mehrheitlich Ausschuss und ist grundlegend fehlzentriert.
Ist Cpk dasselbe wie Ppk?
Nein. Cpk verwendet die aus der Regelkarte geschätzte Kurzzeitstreuung, Ppk die Gesamtstreuung über den gesamten Beobachtungszeitraum. Ppk ist bei instabilen Prozessen meist kleiner als Cpk.
